Kommunale Raumplanung zwischen Aufwand und Ertrag — Finanzielle Konsequenzen siedlungsplanerischer Massnahmen. Bericht der Abteilung Raumplanung des Baudepartements des Kantons Aargau in Zusammenarbeit mit den Raumplanungsämtern der Kantone Basel-Landschaft und Solothurn. 35 S., CHF 10.—.
Zu beziehen beim Raumplanungsamt des Kantons Aargau, http://www.ag.ch.


Unermüdlich fordert die Raumplanung eine konsequentere Siedlungsverdichtung. Welche ökonomischen Auswirkungen aber sind mit diesem ceterum censeo der Planungswissenschaften verbunden?
Der vorliegende Bericht dokumentiert eine Studie über die direkten und indirekten finanziellen Konsequenzen siedlungsplanerischer Massnahmen und zeigt auf, inwiefern sich die Siedlungsverdichtung auch auf die Gemeindefinanzen positiv auswirkt. In 20 Testgemeinden in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Solothurn sind die Abhängigkeiten zwischen Bebauungsform und Wirtschaftlichkeit nach Gemeindegrössenklasssen aufgezeigt worden. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass keine Siedlungsstruktur a priori die Beste ist. Als Grundregeln lassen sich auf der Aufwandseite ableiten: Die Erschliessungsaufwendungen sinken mit steigender Dichte. Für grosse Gemeinden (>10000 Einwohner) sind die gesamten sozial-demografischen Pro-Kopf-Aufwendungen besonders hoch, da diese Gemeinwesen auch zentral-örtliche Funktionen übernehmen und enge räumliche Verhältnisse in städtischen Gebieten die technischen Einrichtungen tendeziell verteuern. Die Gemeinde muss bestrebt sein, die vorhandenen Infrastrukturen optimal auszulasten. Vor allem in kleinen Gemeinden kann ein Bevölkerungswachstum, das neue Investitionen bedingt, hohe
finanzielle Belastungen bedeuten.
Auf der Ertragsseite, steht die Einkommenssteuer im Vordergrund. Freistehende Villen in grossen Gemeinden erweisen sich als die steuerlich gesehen einträglichste Siedlungsform. Die Konkurrenz zwischen den Gemeinden um diese Klientel ist aber gross. Auf die Fläche bezogen steigt das Einkommen mit zunehmender Dichte der Bebauung. Wiederum steigt der durchschnittliche Ertrag mit wachsender Einwohnerzahl der Gemeinde. Bei knapp verfügbarer Baulandfläche bringt eine massvoll verdichtete Überbauung mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern der Gemeinde den besten finanziellen Ertrag. Die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur und die Auslastung der Infrastruktur sind zusätzlich für die Finanzlage der Gemeinde massgebend.
Um der Gemeinde siedlungsplanerische Entscheide in Hinblick auf eine Optimierung der Finanzlage zu erleichtern, liefert der Bericht eine Checkliste der wichtigsten Fragen und notwendigen Abklärungen.



published in DISP 149
Gabriela Burkhalter, lic. ès pol., Raumplanerin NDS/ETH, Zürich


Wie viel kostet welche Siedlungsform?