english version »
/// AKTUELL / ARCHIV / DIE ÜBERRASCHENDE WIEDERKEHR 
DER SCHÖNEN UND ERHABENEN NATUR 
IN BILDERN DER GEGENWART

Die überraschende Wiederkehr 
der schönen und erhabenen Natur 
in Bildern der Gegenwart

Vortrag von Prof.Dr. Cornelia Klinger | 7. März | 18 Uhr

ETH Zürich Hönggerberg | Wolfgang-Pauli-Strasse 15 | HIL H 40.9 (Foyer)

Vorträge im Rahmen von 3 x Landschaft am Abend

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Konzept des Erhabenen, das in der antiken Rhetorik eine gewisse Rolle gespielt hatte, neu entdeckt und zu einem der wichtigsten Begriffe der modernen Ästhetik umgedeutet und ausgebaut. Zunächst wurde das Konzept des Erhabenen aus einem Gegensatz zur Idee einer klassisch-massvoll-harmonischen Schönheit entwickelt und an bestimmten Phänomenen der überwältigend grossen, gefährlich wilden Natur-Landschaft gewonnen (Sternenhimmel, Ozeane, Berge, Wüsten und besonders Naturkatastrophen, Feuersbrunst, Stürme, Überschwemmungen usw.). Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte das Erhabene in die Kunst und in die (Landschafts-)Architektur. Im frühen 20. Jahrhundert entsteht mit der abstrakten Malerei die Vorstellung eines abstrakt Erhabenen. In der Gegenwart überrascht die Wiederkehr von Bildern des 'alten' Naturerhabenen zugleich mit denen des Naturschönen in allen Bildmedien.

Die Thematik des Erhabenen ist weit über den im engeren Sinne ästhetiktheoretischen Kontext hinaus von Bedeutung; die Debatten um das Erhabene lassen sich als Sypmptome tiefer gesellschaftlicher und kultureller Krisenerfahrungen lesen. Das Ziel des Vortrags ist es, die verschiedenen Konjunkturen, die das Konzept bis in die unmittelbare Gegenwart erlebt hat, zu skizzieren und namentlich nach der Bedeutung der Rückkehr der schönen und erhabenen Natur in den Vorstellungswelten der Gegenwart zu fragen.

Zur Person : Studium der Philosophie, Literatur- und Kunstwissenschaft in Köln. Seit 1983 ständiges wissenschaftliches Mitglied am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und seit 2003 ausserplanmässige Professorin für Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Arbeitsschwerpunkte: Politische Philosophie, Ästhetik, Theoriegeschichte der Moderne, Gender Studies im Bereich Philosophie.

Weitere Vorträge im Rahmen von 3 x Landschaft am Abend
18.04. Lothar Schäfer: «Begründung einer ökologischen Ethik», Vortrag und Gespräch
09.05. Martin Mosebach, Hans Kollhoff: «Formverlust», Lesung und Gespräch

Organisation
Professur Christophe Girot , Institut für Landschaftsarchitektur ILA, Departement Architektur D-ARCH
Kontakt: Albert Kirchengast