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Geschichte des Städtebaus im Netz

Bildnachweis: Gabriela Barman-Krämer

Ab Herbstsemester 2009 wird die Professur für Geschichte des Städtebaus ihre traditionellen Lehrinstrumente um eine interaktive, web-basierte Lernumgebung erweitern. Durch diese neue Form des selbst gesteuerten Lernens sollen die Architekturstudentinnen und Architekturstudenten die Geschichte als geisteswissenschaftliche Disziplin und intellektuelle Inspirationsquelle besser verstehen und städtebauliche Handlungskonzepte üben, die sie auch in ihre Entwurfsarbeit einbeziehen können.

 

Ausgangspunkt für das Projekt bildet das zunehmend digital orientierte, aber in seiner wissenschaftlichen Präzision und Zuverlässigkeit zu fördernde Lernverhalten der Studierenden. Mit der didaktischen und digitalen Aufbereitung von historischen Plänen und Texten aus dem reichhaltigen Fundus des Lehrstuhls wird ein interaktives Lehr-Lern-Instrument geschaffen und das Internet als wissenschaftliche Plattform genutzt.

Die web-basierte Lernumgebung gibt den Studierenden die Möglichkeit, ihr in den Vorlesungen aufgenommenes Wissen inter- und transdisziplinär zu reflektieren. Weil Architektinnen und Architekten am besten mit Hilfe von visuellen Darstellungen denken und lernen, muss auch der geisteswissenschaftlich orientierte Unterricht auf Bildern (Plänen, Fotos, Filmsequenzen, Scans von Originaltexten) gründen oder zumindest von ihnen begleitet werden. Die Lernumgebung bietet sich dafür als Medium per se gut an und unterstützt zusätzlich das visuell orientierte Lernverhalten, indem inhaltliche und methodische Schwerpunkte gesetzt werden, z.B. Plananalyse, Textanalyse oder wissenschaftliches Recherchieren im Netz. Beispielsweise wird von den Studierenden verlangt, dass sie in einer gezielten Internetquelle zwei historische Stadtpläne finden und diese miteinander vergleichen. Ihr Verständnis wird anschliessend mittels verschiedener Behauptungen im Multiple-Choice-Fragetypus überprüft. Weitere Fragetypen sind Image-Map, Kurzantwort, Zuordnung und Lückentext.

In der rund eineinhalb Jahre dauernden Projektphase werden für die Bachelor-Vorlesungen pro Semester neun Übungen und Testate im Internet aufgeschaltet, die sich auf die Struktur und den Inhalt der Präsenzveranstaltung beziehen und anschliessend evaluiert werden. Das interdisziplinäre Team der Professur wird dabei begleitet vom ETH-NET, dem Didaktikzentrum der ETH Zürich (DiZ) und einem Evaluationsexperten der Universität Zürich.

Gabriela Barman-Krämer (Projektleitung), Anne Brandl
Professur für Geschichte des Städtebaus