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Europäische Kommission bewilligt Forschungsantrag zur Weiterentwicklung von integrierten Verkehrs- und Flächennutzungssimulationen

Europäische Kommission bewilligt Forschungsantrag zur Weiterentwicklung von integrierten Verkehrs- und Flächennutzungssimulationen

Als Teil eines internationalen Forschungskonsortiums wird das Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT) ab Beginn des nächsten Jahres integrierte Verkehrs- und Flächennutzungssimulationen im Projekt SustainCity weiterentwickeln. Ziel des Projektes ist, urbane Simulationen dahingehend zu verbessern, dass man sie für die nachhaltige Entwicklung europäischer Städte nutzen kann.

Die angestrebte nachhaltige Entwicklung urbaner Gebiete und verbesserte technologische Möglichkeiten haben das Bedürfnis und einen neuerlichen Enthusiasmus für quantitative Modelle in der Verkehrs- und Raumplanung geweckt. In den USA existierende integrierte Mikrosimulationssysteme wie UrbanSim oder ILUTE (Integrated Land Use, Transportation, and Environment Modelling System) haben in beiden Disziplinen an Aufmerksamkeit gewonnen. Damit die Systeme vermehrt auch in der europäischen Planungspraxis angewendet werden, ist jedoch weitere Forschung und Entwicklung notwendig.

SustainCity hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, modernste Mikrosimulationen von Verkehr und Landnutzung zu integrieren und an die Verhältnisse europäischer Städte anzupassen. SustainCity wird auf den open-source Plattformen OPUS (Open Platform for Urban Simulation) und MATSim-T aufbauen. Weiterentwicklungen werden in der Modellierung sowie dem Softwareengineering angestrebt. Die Herausforderung liegt darin, zusätzliche Module im Bereich Demografie, Umwelt und Immobilienentwicklung zu entwerfen. Bei der Softwareintegration steht das Zusammenführen verschiedener Zeithorizonte respektive Raumauflösungen im Vordergrund. Damit die Simulationssysteme Eingang in die Praxis finden, sind die Datenverfügbarkeit sowie entsprechende Indikatoren zu berücksichtigen. Geplant sind Anwendungen für die Stadtregionen Brüssel, Paris und Zürich, wobei an frühere Projekte angeknüpft werden kann (z.B. Löchl, Bürgle und Axhausen, 2007). Zusätzlich sind ab Mitte 2011 Workshops mit potenziellen Anwendern u.a. in Zürich vorgesehen.

Das Projekt wird durch das siebte Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union finanziert und ist auf drei Jahre angelegt.

Ansprechpartner:
Kay W. Axhausen
Christof Zöllig

Löchl, Michael; Bürgle, Michaela; Axhausen, Kay W. (2007): Implementierung des integrierten Flächennutzungsmodells UrbanSim für den Grossraum Zürich – Ein Erfahrungsbericht. disP, 168, 13-25. PDF