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TAKING TO THE STREETS - Untersuchungen zur Qualität des öffentlichen Raums am Phänomen Strasse

TAKING TO THE STREETS - Untersuchungen zur Qualität des öffentlichen Raums am Phänomen Strasse

Strassen bilden seit jeher das Grundgerüst jeder Stadt. Ohne Strassen gibt es keine Stadt. Sie bilden für das Leben der Bewohner und Bewohnerinnen notwendige Verbindungs- und Aufenthaltsräume, verbinden Innen und Aussen, das Private mit dem Öffentlichen. Der Strassenraum ist ein wichtiger öffentlicher und sozialer Raum, er ist Handlungs- und Bewegungsraum, Raum der vielfältigen Inszenierung, des Handels und der Kommunikation.

Das Projekt TAKING TO THE STREETS fokussiert die Schnittstelle zwischen der gebauten Umwelt und den Handlungen der Menschen und untersucht, in welcher Weise diese beiden Seiten aufeinander wirken und miteinander korrespondieren. Die Strasse ist ein öffentlicher Raum, der seine Qualität nicht allein durch die architektonische Planung erhält, sondern immer auch durch lebendige soziale Prozesse. Gemäß der von uns als relevant betrachteten relationalen Raumtheorien (Henri Lefebvre, Martina Löw, Edward Soja) konstituiert sich Raum erst aufgrund des Zusammengehens konkreter materieller, sozialer, wie auch kognitiver Handlungen. Der französische Philosoph und Soziologe Henri Lefebvre spricht diesbezüglich auch von einer Raumtriade: perceived, conceived and lived space.

Untersuchungsorte für das transkulturell vergleichende Projekt sind Zürich, Berlin, Shanghai und Tokyo. Ziel der Forschung ist es, aufgrund der Analyse der Nutzungen, Aneignungen und Interaktionen Kriterien zur Beurteilung der Qualität des öffentlichen Raums zu entwickeln und diese in Lehre und Praxis zur Anwendung zu bringen.

Als erstes Zwischenergebnis erscheint im Frühjahr 2010 bei Lars Müller Publishers die Publikation Tokyo - Lived Space, die aus der Zusammenarbeit mit dem Stadtplaner Frank Roost von der Universität Dortmund hervorgegangen ist. Sie beschreibt aus kulturhistorischer und städtebaulicher Perspektive die spezifische Gestalt des Stadtraums Tokyo und zeigt am Beispiel aktueller Alltagsphänomene spezifische Formen der Nutzung und Aneignung des öffentlichen Raums, insbesondere des Strassenraums. Der Text wird durch längere Bildstrecken, die aus den Feldforschungen hervor gegangen sind, ergänzt.

Projektdauer: 2008 – 2011
Projektverantwortlicher: Professor Günther Vogt
Projektleitung: Jürgen Krusche
Mitarbeit: Cyril Kennel, Monika Litscher
Kooperationspartner:
Dr. Matthias Messmer / Hsin-Mei Chuang, China Frontiers, Shanghai
Dr. Frank Roost, Universität Dortmund, Fachbereich Entwicklung und Raumplanung
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