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Landschaftsökologie – Ciliwung River und das Gestaltungspotential urbaner Peripherien

Landschaftsökologie – Ciliwung River und das Gestaltungspotential urbaner Peripherien

Modul VII, Prof. Christophe Girot
Landschaftsgestaltung hydrologischer Ökosysteme an der Peripherie südostasiatischer Städte – das Wassereinzugsgebiet des Ciliwung zwischen Bogor and Jakarta als Fallbeispiel in Indonesien.
Die Wechselwirkungen zwischen Wassersystemen, Ökologie und Landschaftsgestaltung in den wachsenden Metropolregionen Südostasiens untersuchen, um die Wasserqualität und Biodiversität mit Rücksicht auf lokal verankerte Wohnformen und Traditionen zu verbessern.

Die traditionelle Umweltplanung berücksichtigt die Stadt und deren Ränder als mögliches Reservoir für Biodiversität nicht in ausreichendem Masse. Die klassischen Umweltwissenschaften fokussieren eher auf bestehende Naturschutzgebiete als ihre Forschung auf die Eigenheiten der städtischen Umwelt zu lenken. Die aktuelle Situation im Umland südostasiatischer Metropolen bestätigt diese Kritik. Sie zeugt von einem Mangel an konstruktivem Wissensaustausch zwischen den Disziplinen um Nachhaltigkeit im Zwischenraum von Stadträndern und deren Hinterland.

Das hier vorgestellte Modul erarbeitet mit Hilfe der Landschaftsarchitektur Methoden zur Behebung dieser Mängel in tropischen Breitengraden. Das Projekt ist in der südlichen Peripherie der indonesischen Hauptstadt Jakarta angesiedelt und beschäftigt sich mit einer Flusslandschaft, die regelmässig von gewaltigen Überschwemmungen heimgesucht wird. An ausgewählten Standorten am Flusslauf des Ciliwung sollen Strategien zum Hochwasser- und Erosionsschutz, zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Erhöhung der Biodiversität erarbeitet werden. Die Entwicklung der Flussufer zum öffentlich nutzbaren Raum, als Korridor für den Fussgängerverkehr und für eine langsame Schifffahrt spielen eine zentrale Rolle. Besonderes Augenmerk wird auf eine ökologisch verantwortungsvolle Gestaltung mit Rücksicht auf örtliche Wohnformen und Traditionen gelegt. GIS-gestützte 3D-Modellierung und -Visualisierung, verbunden mit der Modellierung hydrologischer Ökosysteme, unterstützten eine neuartige interdisziplinäre Forschungstätigkeit, welche Regionalplanung, Umwelttechnik und Landschaftsarchitektur verbindet.

«Ciliwung Project» ist ein Pilotprojekt, das sich auf eine vertiefte Analyse stützt, die verschiedene Szenarien, Prognosemodelle und Leitlinien für die Planung mittelgrosser Wassereinzugsgebiete in den rasch verstädternden Ballungsräumen Südostasiens einbezieht. Das Ziel des Projektes ist es, kulturelle und ökonomische Überlegungen in ein anpassungsfähiges System grossmassstäblicher Landschaftsstrukturen zu integrieren und so leistungsfähige Umweltkorridore zu entwickeln, die den Einwohnern mehr Schutz und Lebensqualität bieten.

Mehr Informationen
Webseite des Moduls VII
Modulkoordination: Dr. Senthil Gurusamy