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Nachhaltige Siedlungsentwicklungsmuster (SUPat)

Nachhaltige Siedlungsentwicklungsmuster (SUPat)
Viele ursprünglich meist dörfliche Siedlungsmuster in der Nähe von Städten sind innerhalb der letzten 60 Jahre in ein Patchwork aus Verkehrsinfrastruktur, Grünräumen, traditionell geprägten und urbanen Siedlungselementen transformiert worden. Wesentliche Treiber dieser Agglomerationsentwicklung waren Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum sowie billig verfügbare Mobilität. Planung konnte die räumliche Entwicklung hier nicht in angestrebte Raumstrukturen lenken. Das Problem ist, dass diese Siedlungsmuster die Vielfalt an heutigen und potenziellen zukünftigen sozialen, ökonomischen und umweltbezogenen Bedürfnissen nicht ausreichend erfüllen können. Das NFP 65 Projekt «SUPat – Sustainable Urban Patterns» hat Ansätze entwickelt, um Agglomerationen nachhaltig umzubauen.

Auf den Ebenen der Region, der Gemeinde und der Parzelle sind sowohl relevantes Fachwissen als auch solide Methoden vorhanden, um Siedlungsmuster mit hoher Qualität zu gestalten. Jede Fachrichtung betrachtet die Qualität jedoch aus anderer Perspektive. Zum Beispiel beurteilt die Raumplanung das Zusammenspiel von Infrastruktur, Gebäuden und Freiflächen, die Stadtsoziologie ist an Aktivitäten und Merkmalen unterschiedlicher sozialer Gruppen im Stadtraum interessiert und die Raumökonomie fokussiert auf Standortqualität und Lageeigenschaften. Es mangelt jedoch an einem «diagonalen Verständnis», an der Fähigkeit, die Themen miteinander so zu diskutieren, dass sie mehrere Planungsebenen und Disziplinen durchdringen. Im NFP 65 Projekt «SUPat – Sustainable Urban Patterns» wurden Modellierungs- und Visualisierungsinstrumente entwickelt, mit denen konkrete Vorstellungen von Transformationen der Siedlungsmuster und Siedlungsqualitäten aus verschiedenen Perspektiven eingehend betrachtet und verhandelt werden können.

Region

Kreative Entwicklungsstudien sind für Regionen wichtige Instrumente. Um Szenarien vergleichbar zu machen und zu überprüfen, sollten die qualitativen Ideen räumlich lokalisiert werden. Mit einem integrierten Landnutzungs- und Transportmodell (UrbanSim + MATSim) wurden räumlich explizite Visualisierungen von ökonomischen, ökologischen und sozialen urbanen Qualitäten in den Szenarien simuliert.

Gemeinde

Ein Instrument zur multikriteriellen Entscheidungsanalyse macht transparent, welche Auswirkungen z.B. eine Erhöhung der Ausnützung bestimmter Parzellen zur Schaffung von Wohnraum auf andere Ziele, wie die ausreichende Versorgung mit Erholungsräumen oder die Optimierung der Erreichbarkeit, hat. Politische Ziele können damit gemeinsam gewichtet werden, worauf eine den Zielen entsprechende mögliche Siedlungsentwicklung simuliert wird.

Parzelle

An welchen bestehenden Gebäuden noch Ausnützungsreserven bestehen, zeigt ein interaktives 3D Modell, mit dem die Regeln der Bau- und Zonenordnung (BZO) in digitaler Form aufbereitet wurden. Mit ihm lässt sich der Spielraum innerhalb der bestehenden Regeln der BZO ausloten, Varianten der Erhöhung der Ausnützung testen oder auch Änderungen von BZO-Vorgaben, z.B. zu Grenzabständen, durchspielen.

Kollaborative Plattform

Die Instrumente liefern multidimensionale, fachgerechte Anregungen für Entwicklungsstudien in Gemeinden und Regionen. Sie bieten eine Basis für kreative Entwurfsprozesse und können Effekte einzelner Entwürfe im Gesamtzusammenhang veranschaulichen. Insgesamt können sie in einem kollaborativen Planungsprozess die Entwicklung von gemeinsam geteilten Vorstellungen von urbaner Qualität und entsprechenden Siedlungsmustern fördern.

Wissenschaftlicher Schlussbericht
Projekt-Portrait auf der Webseite des NFP65

Verantwortliche für das Projekt «SUPat – Sustainable Urban Patterns»

  • Prof. Gerhard Schmitt, Professur für Informationsarchitektur, ETH Zürich
  • Prof. Michel Bierlaire, Transport and Mobility Laboratory (TRANSP-OR), ETH Lausanne
  • Dipl. Arch. ETH Franz Eberhard , Zürich
  • Dipl. Ing. ETH Piet Eckert, e2a Eckert Eckert Architekten, Zürich
  • Prof. Angelus Eisinger, Direktor der Regionalplanung Zürich und Umgebung (RZU) 
  • Prof. Adrienne Grêt-Regamey, Planung von Landschaft und Urbanen Systemen (PLUS) , ETH Zürich
  • Prof. Mathias Müller, em2n, Mathias Müller Daniel Niggli Architekten AG, Zürich
  • Dipl. Ing. ETH Silva Ruoss, Guagliardi Ruoss, Zürich
  • Prof. Thomas F. Rutherford, Centre for Energy Policy and Economics (CEPE), ETH Zürich
  • Markus Schaefer, MSc, Hosoya Schaefer Architects, Zürich
  • Dr. Pius Krütli and Dr. Michael Stauffacher, Institute for Environmental Decisions (IED), ETH Zürich
  • Noemi Neuenschwander und Dr. Ulrike Wissen Hayek, Planning of Landscape and Urban Systems (PLUS), IRL, D-BAUG, ETH Zürich
  • Dr. Timo von Wirth, Chair of Environmental Sciences, Natural and Social Science Interface (NSSI), D-USYS, ETH Zürich
  • Jan Halatsch, Antje Kunze und Anastasia Koltsova, Chair of Information Architecture, D-ARCH, ETH Zürich
  • Dr. Dimitrios Efthymiou,Transport and Mobility Laboratory (transp-or), EPFL und National Technical University of Athens
  • Prof. Dr. Bilal Farooq, Department of Civil, Geological and Mining Engineering, Polytechnique Montréal
  • Dr. Stefan Kurath, urbaNplus, Netzwerk für Architektur, Stadt und Landschaft

Hauptbild: Lukas Treyer, Information Architecture, ETH Zürich