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Erhalt von Ökosystemdienstleistungen und Armutslinderung in global vernetzten Landschaftssystemen

Erhalt von Ökosystemdienstleistungen und Armutslinderung in global vernetzten Landschaftssystemen

Landnutzungsentscheidungen werden zunehmend von globalen Akteuren beeinflusst und gesteuert. Landwirtschaftliche Intensivierung, Produktion von Bio-Treibstoffen, Projekte zur Kohlenstoffspeicherung und Ausdehnung von Schutzgebieten sind nur einige der treibenden Kräfte. Dies führt dazu, dass nicht nur die grundlegenden Lebensbedürfnisse und Entwicklungsansprüche der lokalen Bevölkerung in Frage gestellt werden, sondern oft auch Ökosystemdienstleistungen von globaler Bedeutung gefährdet werden.

Das über sechs Jahre angelegte Projekt «Managing Telecoupled Landscapes» (2015 – 2020) möchte die ökologische, menschliche und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang bringen. Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, in global vernetzten Landschaftssystemen der Tropen innovative Strategien und institutionelle Mechanismen zu entwerfen und zu testen, mit deren Hilfe Ökosystemdienstleistungen erhalten und die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung verbessert werden können. Das Projektteam arbeitet in den drei Ländern Laos, Myanmar und Madagaskar.

Dabei wird in drei Arbeitsbereichen gedacht: In der Analyse werden konsistente Datengrundlagen für das Projekt und die Fallstudienregionen geschaffen. Die Nahrungsmittelproduktion wird dabei voraussichtlich eine zentrale Rolle spielen, denn in ländlichen Gebieten des globalen Südens, in denen ein grosser Teil der Bevölkerung von der Subsistenzlandwirtschaft lebt, bedeutet jede Anpassung der Landnutzung auch eine direkte Veränderung der Lebens- und Nahrungsgrundlage der Menschen. Mit einer Landnutzungsmodellierung werden die lokalen gegen die globalen Einflüsse abgewogen und im Arbeitsbereich «soziales Lernen» möchte das Projekt Ansätze und institutionelle Mechanismen erarbeiten, um angepasste Landnutzungsentscheidungen treffen zu können. Die gewonnen Erkenntnisse sollen durch alle beteiligten Akteurinnen und Akteure für Planungs- und Entwicklungsprozesse genutzt werden.

Für das Projekt arbeiten die folgenden Universitäten und Professuren zusammen:

  • Centre for Development and Environment CDE (Universität Bern), Projektleitung
  • ESSA-Forêt, Madagaskar
  • National University of Laos
  • Environmental & Economic Research Institute, Myanmar
  • Institut für Politikwissenschaft IPW (Universität Bern)
  • Professur Planung von Landschaft und Urbanen Systemen PLUS (ETH Zürich)

Die Finanzierung des Projekts wird durch das «Swiss Programme for Research on Global Issues for Development» (r4d) sichergestellt.

Projektwebseite
r4d Programm

Enrico Celio (ETH Zürich–PLUS), Julie Zähringer (CDE, Uni Bern), Flurina Schneider (CDE, Uni Bern), Manuel Fischer (IPW, Uni Bern), Adrienne Grêt-Regamey (ETH Zürich–PLUS), Peter Messerli (CDE, Uni Bern).