Carina Sacher, Lukas Vejnik
2026
Album Verlag
Die bisher wenig erforschte Architektur der Wiener Volkshochschule wird in diesem Buch von Carina Sacher, Forscherin am ETH Wohnforum, und Lukas Vejnik beleuchtet. Erfolge und Rückschläge, grosse und kleine Projekte, Kontinuitäten und Brüche über drei Jahrzehnte der Nachkriegszeit werden dabei entschlüsselt. Die Publikation liefert einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung demokratisch-öffentlicher Bauten und liefert zugleich ein Plädoyer für das Weiterbauen solcher Strukturen.
Untrennbar mit der Geschichte des Roten Wien ist der bis heute als vorbildlich geltende soziale Wohnungsbau verbunden. Mit der Realisierung von Nachbarschaftszentren für die Volkshochschulen in den neuen kommunalen Wohnsiedlungen übernahm die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg eine weitere Bauaufgabe. Die Volksheime und Häuser der Begegnung setzten die von der Volksbildungsbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts formulierte Idee eines flächendeckenden Netzes eigener Häuser fort. Die Publikation Zentren geistiger Stadterweiterung wirft einen Blick auf die bisher wenig beachteten Bauten der Wiener Volkshochschule im Kontext von Stadtentwicklung und Wohnbau in den drei Jahrzehnten nach 1945. Die Autor:innen Carina Sacher und Lukas Vejnik erzählen von gelungenen Experimenten und gescheiterten Projekten, von intimen Klubräumen und großzügigen Bezirkszentren, von Kontinuitäten und Brüchen auf dem Weg zu einer Raumgestaltung für die Erwachsenenbildung. Neben der historischen und internationalen Verortung dieser polyzentralen Nahversorgungsarchitektur für Bildung und Gemeinschaft knüpft das Buch an aktuelle stadt- und bildungspolitische Diskurse an und versteht sich als Beitrag zum Weiterbauen an demokratischen und öffentlichen Räumen in einer wachsenden Stadt mit vielen Mittelpunkten.