Unfinished building inhabited by Syrian refugees in Beirut © ETH Zürich, Authors

Die Versorgung von Geflüchteten mit angemessenem Wohnraum in Städten ist heute eine der größten Herausforderungen für humanitäre Akteur:innen. Gleichzeitig wächst die Zahl von Geflüchteten auf der Suche nach erschwinglichen und menschenwürdigen Wohnlösungen im Stadtraum, die oftmals in informellen Wohnvierteln endet. Das Projekt soll neue Perspektiven auf die Wohnsituation von Vertriebenen in Bogotá, Kolumbien, und Beirut, Libanon, aufzeigen, um die humanitäre Hilfe und die städtische Wohnungspolitik für Menschen auf der Flucht weltweit zu verbessern.

Das Projekt untersucht, wie nationale politische Entscheidungsträger, lokale Behörden und Organisationen, internationale humanitäre Organisationen und private Akteur:innen die Wohnbedürfnisse von Vertriebenen in Städten verstehen und ihnen zu begegnen versuchen (Forschungsfrage 1). Zweitens richtet das Projekt seine Aufmerksamkeit darauf, wie verschiedene Vertriebene ihre Wohnbedürfnisse artikulieren und bewältigen und wie sie bei der Erfüllung dieser Bedürfnisse eingeschränkt oder befähigt werden (Forschungsfrage 2). Diese Fragen tragen dazu bei, die Diskrepanz zwischen der Wohnsituation von Vertriebenen und der Art und Weise, wie verschiedene Akteur:innen auf ihre Wohnbedürfnisse reagieren, aufzuzeigen. Im Rahmen des Projekts werden diese beiden Fragen transversal betrachtet, was es uns ermöglicht, diejenigen in den Blick zu nehmen, die als Vermittler zwischen Wohnungsanbietern und Wohnungssuchenden (wie Vermieter:Innen und Marktakteur:Innen) fungieren. Mit einem interdisziplinären Team von Akademiker:innen aus dem Libanon, Kolumbien und der Schweiz und einem Mixed-Methods-Ansatz versucht das Projekt, den Zusammenhang zwischen den Wohnbedürfnissen verschiedener Gruppen von Vertriebenen und den humanitären Reaktionen in zunehmend komplexen und langwierigen städtischen Vertreibungskrisen zu beleuchten.

Durch einen transdisziplinären Ansatz, der eine enge Zusammenarbeit mit humanitären und Entwicklungsorganisationen sowie die Beteiligung lokaler Akteur:innen an der Wissensproduktion vorsieht, soll das Projekt einen transformativen Beitrag zur Verbesserung der humanitären Wohnraumversorgung sowie des Lebens, des Wohlbefindens und der Handlungsfähigkeit von Vertriebenen leisten.

Beteiligte

Prof. David Kaufmann
Dr. David Kostenwein
Bruna Rohling

Projektpartner:innen
  • Beirut Urban Lab (BUL), American University of Beirut
  • Instituto de estudios sociales y culturales Pensar, Pontificia Universidad Javeriana
Projektwebseite
Projektlaufzeit

2023-2026