Urbane Werkzeuge – Fallstudie Kanton Schwyz

Prof. Dr. Marc Angélil | Architektur und Städtebau

Urbane Werkzeuge – Fallstudie Kanton Schwyz

Das diesem Forschungsprojekt zugrunde liegende Interesse gilt der Entwicklung einer zukunftsfähigen Methodik zur Bewältigung komplexer städtebaulicher Planungs- und Entwurfsaufgaben. Im Rahmen einer Fallstudie wurden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Raumplanung des Kantons Schwyz die Grundlagen für eine interdisziplinäre Sammlung von Instrumenten, Methoden und Verfahren für den städtebaulichen Planungs- und Entwurfsprozess erarbeitet.

Das Leben im urbanen Kontext und veränderte Anforderungen an Organisation und Gestaltung menschlichen Zusammenlebens werden weltweit zu den wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehören. Die Aufgabenbereiche, Themen und Vorgehensweisen für den Städtebau im Kontext der schweizerischen Stadtlandschaft sollen im Rahmen dieses Projektes fachlich überprüft und erweitert werden.

Als eigenständige Disziplin konzentriert sich der Städtebau sowohl auf das analytisch-systematische Planen als auch auf das synthetisch-kreative Entwerfen und Gestalten von Stadtraum. Er schliesst damit die methodische Lücke zwischen der abstrakt koordinierenden Raumplanung und einer konkreten formalen Architektur und vermittelt zwischen gesellschaftlichen Bedürfnissen und deren Übersetzung in den Raum. Der Schwerpunkt der Betrachtungen liegt daher auf städtebaulichen Prozessen und deren kommunikativen Grundbedingungen. Die Zielformulierung und Lösungsfindung innerhalb heterogener Interessenfelder stellen neue Anforderungen an die Disziplin. Diese Anforderungen an den Entwurf von Prozessen, deren Kommunikation und den Kompetenzen der beteiligten Akteure wurden in einem Leistungsprofil zusammengefasst. Dieses bildet die Grundlage für eine Datenbank Urbaner Werkzeuge (Instrumente, Methoden und Verfahren), die sowohl in der Praxis als auch in Forschung und Lehre angewendet werden können.

Der intensive Austausch mit der Praxis ist unabdingbarer Bestandteil anwendungsorientierter Forschung im Städtebau. Zusammen mit dem Amt für Raumplanung des Kantons Schwyz und den betroffenen Gemeinden wurde im Rahmen einer Fallstudie für die Region Rigi-Mythen eine regionale Ergänzung zum kantonalen Richtplan erarbeitet. Dabei konnten Inhalte aus der Forschung in der Praxis überprüft und Fragestellungen für die Präzisierung der Forschungsinhalte gewonnen werden. Zudem wird durch einen solchen Austausch gewährleistet, dass die gewonnenen Erkenntnisse verständlich formuliert und praktisch angewendet werden können.

Die Resultate der Arbeit wurden zwischen Mai und Juli 2007 im Rahmen einer Ausstellung im Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz der Öffentlichkeit gezeigt.

 

Leitung

Michael Martin und Lukas Küng

Nationales Forschungsprogramm NFP54,
 Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Raumplanung des Kantons Schwyz und den Gemeinden Schwyz und Ingenbohl.