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Prof. Dr. David Kaufmann | Raumentwicklung und Stadtpolitik

Die COVID-19-Pandemie und ihre Folgen für unverzichtbares städtisches Personal

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie waren unterschiedlich ausgeprägt, je nachdem, über welche Ressourcen und Möglichkeiten die Menschen verfügten, mit der Pandemie fertig zu werden. Intersektionale Belastungen wurden multipliziert, da Pflege- und Wartungsarbeiten unverhältnismässig stark auf den Schultern von Frauen und Migranten lasteten. Angesichts der „Unverzichtbarkeit”, aber geringen Wertschätzung dieser Arbeitskräfte ist es essentiell, ihre Erfahrungen und Forderungen zu verstehen, um eine effizientere Politik zu ihrer Unterstützung entwickeln zu können. In der Schweiz und anderswo sind die meisten sogenannt unverzichtbaren Arbeitskräfte Niedriglohnempfänger in Pflege- und Wartungsberufen. Sie waren stärker von den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen und der Arbeitsplatzunsicherheit betroffen und berichteten folglich über mehr gesundheitliche und psychische Probleme während der Pandemie. Zudem waren sie dem Virus stärker ausgesetzt, vor allem weil sie mit höherer Wahrscheinlichkeit an der Front arbeiteten und über weniger Möglichkeiten verfügten, von zu Hause aus zu arbeiten.

Dieses SNSF-finanzierte Forschungsprojekt untersucht rückblickend die Erfahrungen, Kämpfe und politischen Forderungen von städtischen Arbeitskräften, die während der Pandemie in Schweizer Städten, aber nicht im Gesundheitswesen tätig waren. Konkret werden wir uns auf das Fahrpersonal der öffentlichen Verkehrsmittel, das Personal der Kindertagesstätten, städtische Reinigungskräfte und Ladenangestellte in Zürich konzentrieren und zudem das Personal der Kindertagesstätten in Lausanne einbeziehen. Unser Ansatz erlaubt uns, die oft prekären Arbeitsbedingungen der städtischen Hilfskräfte und das potentielle Missverhältnis zwischen der politischen Unterstützung, die sie erhielten, und der Bereitstellung von Schlüsselarbeit unter schwierigen Bedingungen zu untersuchen. Zudem wird im Rahmen des Projekts untersucht, wie Schweizer Entscheidungsträger einerseits und die breite Bevölkerung andererseits diese Arbeitskräfte und die sie unterstützende Politik wahrnehmen und bewerten und wie diese Bewertungen mit den gelebten Erfahrungen der unverzichtbaren städtischen Arbeitskräfte kontrastieren.


Kontakt

Forscher: Dr. Carole Ammann

Leitung

Prof. Dr. David Kaufmann

Finanzierung

Nationales Forschungsprogramm „Covid-19 in der Gesellschaft” des Schweizerischen Nationalfonds

Projektlaufzeit

2023-2025