Grüne Transformationsmassnahmen wie die Verdichtung in Städten führen zum Abbau von bezahlbarem Wohnraum und zur Verdrängung von Menschen mit geringem Einkommen. Foto: Zürich, 2023 © ETH Wohnforum

Dr. Jennifer Duyne Barenstein | ETH Wohnforum – ETH CASE

ReHousIn: Contextualized Pathways to Reduce Housing Inequalities in the Green and Digital Transition (EU Horizon Project)

Dieses EU-Horizon-Projekt befasst sich mit den Auswirkungen politischer Massnahmen, die darauf abzielen, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen – neben dem Zugang zu angemessenem und bezahlbarem Wohnraum. Der Klimawandel und die Umweltkrise stellen Herausforderungen dar, die rasch und entschlossen angegangen werden müssen. Die Ökologisierung wird voraussichtlich tiefgreifende Veränderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in verschiedenen Bereichen von Gesellschaft und Wirtschaft mit sich bringen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Wohnungsbau als einem der vom Klimawandel am stärksten betroffenen und energieverbrauchenden Sektoren. In mehreren Ländern zeichnen sich jedoch kritische Herausforderungen ab, da Wohnlösungen, die ökologisch effektiver sind, eher zu sozialer Ausgrenzung führen können.

Das Projekt «ReHousIn: Contextualized pathways to Reduce Housing Inequalities in the green and digital transition» untersucht das Ausmass bestehender Ungleichheiten im Wohnungswesen und analysiert die möglichen Auswirkungen von grünen Transformationsinitiativen auf den Zugang von Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu Wohnraum. Es gibt Hinweise darauf, dass der Zugang zu bezahlbarem, sicherem und qualitativ hochwertigem Wohnraum für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen aufgrund multipler Krisen zunehmend erschwert wird – darunter die Klimakrise, die globale Finanzkrise, die Migrationskrise, die Covid-19-Pandemie und die Energiekrise. Diese werden durch Massnahmen und Stossrichtungen, die auf die Erreichung von Klimaneutralität abzielen, weiter verschärft und führen zu einer Zunahme der sozioökonomischen Segregation.

«ReHousIn» konzentriert sich insbesondere auf Klimawandelmassnahmen, die natürliche Klimaschutzlösungen zum Schutz von Ökosystemen, energetische Sanierungen und städtische Verdichtung fördern, sowie deren Auswirkungen auf die Wohn- und Lebenshaltungskosten untersuchen. Das Projekt untersucht, wie potenzielle Synergien und Konflikte zwischen umweltpolitischen Massnahmen und der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in Einklang gebracht werden können.

 

Naturbasierte Lösungen oder grüne Gentrifizierung? Foto: Milano, 2024 © ETH Wohnforum
Naturbasierte Lösungen oder grüne Gentrifizierung? Foto: Milano, 2024 © ETH Wohnforum
Beteiligte ETH Zürich
Weitere Beteiligte
Finanzierung

Die ETH-Beteiligung an diesem EU-Horizon-Projekt wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziert.

Projektlaufzeit

März 2024 – Februar 2027