Bild 1, Sabine Wolf

Prof. Christophe Girot | Landschaftsarchitektur

Ästhetisierte Imagination des Realen

Konstruktionen urbaner Landschaft im Spielfilm und ihre Implikation für die gestalterische Praxis

Die transdisziplinäre Studie diskutiert die Konstruktionen urbaner Landschaft im Spielfilm und ihre Implikationen für die gestalterische Praxis. Sie definiert die urbane Landschaft als ein veränderliches kulturelles Konstrukt, das aus physisch-räumlichen Tatbeständen der sogenannten Kulturlandschaft im weitesten Sinne und imaginären immateriellen Aspekten der Wahrnehmung und des kollektiven Gedächtnisses besteht.

Für die mediale Repräsentation von Landschaft wurden seit jeher verschiedenste Bildmedien beigezogen. Sie dokumentierten entweder eine äussere physische landschaftliche Realität oder aber sie veranschaulichten abstrakte Ideen und immaterielle Vorstellungen. Die physische Landschaft, besonders die zeitgenössische urbane Landschaft, weist einen gesteigerten Komplexitätsgrad auf, der sich im statischen Bild nicht mehr gültig repräsentieren lässt. Die gegenseitige Bezugnahme von urbaner Landschaft und Spielfilm als kulturelle Konstruktionen eröffnet einen Raum für eine erweiterte Wahrnehmungs- und Bildbeziehung. Der Spielfilm ist ein breitenwirksames Unterhaltungsmedium, das mit den Vorgaben des kollektiven Gedächtnisses und den technischen Möglichkeiten des bewegten Bildes, das bildtheoretisch einen hohen Simulationsgrad ermöglicht, einen entsprechenden fiktionalen und medialen Raum erzeugt. Solch mediale fiktive Narrationen beziehen sich audio-visuell nicht nur auf die physische Umwelt wie Stadträume und Landschaften, sondern sie schreiben sich auch in die Wahrnehmungsgewohnheiten der Zuschauer ein und generieren einen filmischen Blick, der ein neues Verständnis für die urbane Landschaft begründen kann.

Indem sich der Spielfilm narrativ mit der urbanen Landschaft auseinandersetzt, verbindet er Orte mit Geschichten. So können Filmbilder einen einst unspektakulären realen Ort durch die Filmhandlung zu etwas Besonderem machen. Der Spielfilm vermag Orte mit Bedeutung aufzuladen, die über das künstlerische Werk hinaus erhalten bleibt. Der filmische Blick kann auf diese Weise auch Bilder für die bisher wenig thematisierten Orte an den Rändern gesellschaftlicher Wahrnehmung generieren und identitätsstiftend wirken. Die Repräsentation urbaner Landschaft im Spielfilm erweist sich damit als ein Erkenntnisinstrument für die planerische und gestalterische Praxis.

Bild 1, Sabine Wolf
Bild 1, Sabine Wolf
Girot: Ästhetisierte Imagination des Realen.
Girot: Ästhetisierte Imagination des Realen.
Girot: Ästhetisierte Imagination des Realen.
Kontakt

Sabine Wolf

Leitung

Prof. Christophe Girot

Korreferentin

Prof. Dr. Susanne Hauser (Berlin)

Status

Abgeschlossenes Projekt von Sabine Wolf