Prof. Christophe Girot | Landschaftsarchitektur

An den Wurzeln der Profession. Die Kunstgärtner Theodor Froebel (1820–1893) und Otto Froebel (1844–1906) als Wegbereiter der Schweizer Landschaftsarchitektur

Theodor (1810–1893) und Otto (1844–1906) Froebel gehören zu den wichtigsten Schweizer Gartengestaltern des 19. Jahrhunderts und haben mit ihrem vielfältigen Werk einen bedeutenden Beitrag zur Entstehung der schweizerischen Landschaftsarchitektur im 19. und 20. Jahrhundert geleistet.

In erster Linie waren Theodor und Otto Froebel Gärtner: Sie betrieben eine Handelsgärtnerei mit eigener Pflanzenzucht, die unter Otto Froebel zur wichtigsten in der Schweiz aufstieg sowie zu internationalem Ansehen gelangte, und brachten ihre Faszination für den Artenreichtum der Pflanzenwelt sowohl in ihre gestalterische als auch in ihre züchterische Arbeit ein. In ihrem Werk ist – kennzeichnend für das 19. Jahrhundert – der unmittelbare Einfluss von gärtnerischer Tätigkeit auf das gestalterische Œuvre ablesbar.

Theodor Froebel und insbesondere sein Sohn Otto schufen in der ganzen Schweiz zahlreiche private und öffentliche Anlagen im gemischten Stil des Landschaftsgartens der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre Werke prägen bis heute vor allem das Erscheinungsbild Zürichs, vom Rieterpark bis hin zu den Quaianlagen.

Sie stehen für die Blüte grossbürgerlicher Gartenkunst im Kontext von Industrialisierung und Städtewachstum.

Das Pflanzensortiment ihrer Handelsgärtnerei erweiterten Theodor und Otto Froebel stetig mit einer Vielzahl von Neuzüchtungen, sowohl von Nutz- als auch von Zierpflanzen. Ihre Firma war europaweit eine Station in der Ausbildung nachfolgender Gartengestalter und Pflanzenzüchter, die ihrerseits weit bis in die Moderne des 20. Jahrhunderts hinein wirkten.

Die Forschungsarbeit knüpft an abgeschlossene und laufende Forschungen zu Geschichte und Theorie der Schweizer Landschaftsarchitektur am Institut für Landschaftsarchitektur der ETH Zürich an. Anhand der Untersuchung des Werks von Theodor und Otto Froebel soll sie einen Beitrag zur Schliessung der grossen Forschungslücken im Bereich der Gartenkultur des 19. Jahrhunderts in der Schweiz leisten. Hierbei steht die Fragestellung nach der Wechselwirkung zwischen Pflanzenzucht und Pflanzenhandel einerseits und Gartengestaltung andererseits im Zentrum. Zudem soll das Werk der Protagonisten anhand ausgewählter Beispiele vor dem Hintergrund der Zeit und im Kontext der schweizerischen Gartenkunst dargestellt werden.

 

Kontakt

Claudia Moll
Forschungsarbeit (Dissertation)

Leitung

Prof. Christophe Girot

Korreferenten

Dr. Eeva Ruoff
Dr. Johannes Stoffler

Finanzierung

Projektförderung durch ein Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds, SNF

Projektlaufzeit

2011 – 2015

Status

Abgeschlossenes Projekt